Was für ein sch*** f***ing rainy day! Grrrrrrr. Aber... siehe Überschrift. Ich habe gen Himmel geblickt und gesagt: Kiss my a**! Hatte also trotzdem nen ganz netten Tag. Fotos hier:
![]() |
| New York - Day 6 |
Danach war ich im äußersten Manhattan'schen Süden, im Financial District, unterwegs und entgegen meiner Hoffnungen hat es dort leider kein Geld geregnet. Schon ein seltsames Viertel, irgendwie eine ganz andere Welt, sehr hart irgendwie, weil so gar nichts persönliches zu finden ist, keine Wohnhäuser, mein ich, usw. Und inmitten dieser ganzen Monsterbauten dann mein Highlight des Tages, die wundervolle Trinity Church. Ich wollte gar nicht mehr raus, so schön ist sie. Leider kann ich bis auf das Vater Unser und ein ungarisches Zu-Bett-Geh-Kindergebet keinerlei Gebete auswendig und trage Rosenkränze nur zum Schmuck (ja, Schande auf mein atheistisches Haupt), also fehlte mir nach einiger Zeit die moralische Aufenthaltserlaubnis. (Ich weiß, ich weiß, im Hause Gottes ist jeder willkommen, aber wenn er einen Blick in meine Akte werfen würde, würde er diesen Paragraphen vielleicht nochmal umformulieren). ;-) Jedenfalls ist sie wunderschön, kommt ganz nah an mein Kirchenideal heran mit sehr viel dunklem Holz und dem genau richtigen Maß an Schnickschnack (wie nennt man das, Ornamente?).
Naja. Achso, davor war ich noch an diesem Riesenplatz, wo das World Trade Center stand. Es ist einerseits schon Wahnsinn, was für ein bestialisch riesiges Loch da einfach mitten in der Stadt klafft und das macht sehr bedrückt, wenn man weiß, wieso. Andererseits ist von der Trauer visuell nicht mehr viel übrig. Die USA, als Land des Aufbruchs, haben das Ganze in eine riesige Baustelle verwandelt, auf der die Presslufthammer jegliches Schluchzen übertönen. Pathos und Pragmatismus liegen nah beinander. Ist aber in dem Fall wahrscheinlich gut so. Weh tut die Erinnerung eigentlich nur, wenn man dann auf die recht unauffälligen Gedenktafeln wie z.B. das der Feuerwehr stößt. Ich sage bewusst "weh tut", weil es einem selbst als Non-Ami einen echten Stich in Herz gibt, wenn man diese ganzen Gesichter sieht der Menschen, die tot sind.
Bin dann noch im Battery Park an der Promenade entlanggelaufen und zu dem Zeitpunkt hat es dann richtig angefangen zu schütten. Seltsamerweise hab ich davon aber richtig gute Laune bekommen. Wenn alles grau ist und dann blickt man in der Ferne auf die Freiheitsstatue, da wird man ganz melancholisch und ich bin dann wie ein Kind durch die Pfützen gelaufen und hab den Regen genossen und über Freiheit usw. nachgedacht. Bis mein Regenschirm kaputtgegangen ist. :-) Dann kam das große Fuuuuuuuuuuuck! Bin dann pitschnass in einen Starbucks eingetreten, hab mir einen Kaffee gegönnt und bin beim Anblick der Businessanzüge von selbst getrocknet. (Ich könnte jetzt ein paar schmutzige Wortwitze machen, aber die Kombinierer unter euch verstehen mich auch so. ;-)) Übrigens ist mir erst heute aufgefallen, dass unsere blau-weiß-roten Umweltverschmutzerfreunde gar keine Tassen im (Starbucks)Schrank haben, auch wenn man sich hinsetzt. Grundsätzlich nur Pappbecher. Ist das ein Zeichen der Wichtigkeit? Der Möglichkeit, jeden Moment aufspringen zu können, um irgendwo Geld zu machen? Wall Street-Sarkasmus. Die Wall Street ist im Übrigen viel unspektakulärer, als man es sich vorstellt. Es ist mehr eine Gasse als eine Straße. Und kein Pulk von hektischen Anzugträgern oder so. Nö, die stehen höhstens gelangweilt draußen beim Rauchen.
Bin übrigens sehr stolz auf meine herausragende Klugheit: Ich habe mir heute eine Metrokarte gekauft und sooo schwierig, wie alle immer sagen, find ich das System gar nicht. Ich hab heut die richtigen U-Bahnen immer ohne Fahrplan gefunden. Ich brauche die Bahn, die in die Bronx fährt, genannt - kein Witz, Bieber - Bruckner-Express oder Line 6. Naja. Morgen soll's wettertechnisch nicht besser werden, ich hoffe aber auf mein letztes Wochenende hier.
Dafür war's gestern großartig. Ich habe mich zunächst mit Shirley getroffen, nach Ricky die zweite Person, die ich über Twitter kennengelernt habe und die mir sehr viele Tipps zu New York gegeben hat. Und wie Ricky ist auch sie keine Enttäuschung gewesen, ich mag mein Gespür für Menschen. Sie ist Kanadierin, arbeitet bei BusinessWeek und ist eine sehr aufgeschlossene coole Lady, die die kleine Iris unter ihre Fittiche genommen hat und zu allen New York-Fragen Rat weiß. (@Shirley: If you read this: This is my official THANK YOU shout out! You rock!) Wir haben nen Kaffee getrunken und morgen wird sie mich umsonst in die MoMa einschleusen *hust*, bevor ich dann am Samstag zum Coffee oder Dinner nach SoHo eingeladen bin und Mann und Kind kennenlerne. Wie soll ich das jemals zurückzahlen? Reicht der bayerische-ungarische Charme? Lesen Sie morgen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall eine weitere Begegnung, die ich nicht missen möchte.
Danach war ich im Jacob's Theater am Broadway: Jeff Daniels, Marcia Gay Harden, Hope Davis und James Gandolfini in God of Carnage. Ich weiß nicht, wie viele Preise dieses Stück gewonnen hat, aber es hat jeden einzelnen zurecht bekommen. Das war mit das Beste, wenn nicht DAS Beste, was ich je auf einer Bühne gesehen habe. Ich weiß schon wieder gar nicht, was ich darüber sagen soll. 4 geniale Schauspieler (ich bin echt auf den Geschmack von Star-Theater gekommen, man sieht halt doch den Unterschied), die sich alle bis an die Grenze entäußern und ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal zu so einer furchtbar traurigen, ernsten Kernausssage so weggeschmissen hab vor Lachen. WOWOWOWOWOW! Sagenhaft. Ich hätt's mir am liebsten nochmal angeschaut. Als ich aus dem Theater gekommen bin, standen die zwei Mädels schon draußen und haben Autogramme gegeben, alles total freundlich und geduldig. Hab das erst gar nicht gecheckt, aber noch ein Foto von Marcia geschafft zu schießen. Diese Frau (Oscar-Preisträgerin!) ist echt der Wahnsinn, total nett und läuft (!) nach der Aufführung nach Hause. Nix verdunkelte Limousine. Das ist mir sehr sympathisch. Und James Gandolfini hat selbst in dem Stück noch diesen Mafia-Charme, muhaha. Ich glaub mein Star war aber Jeff Daniels. Ich war als Kind 90 Minuten lang verliebt in den Besitzer der 101 Dalmatiner, aber als sarkastisches, aber eigentlich verletzliches Arschloch in diesem Stück hat er mich wirklich gekriegt. Wie immer. (@Aymar: Wie war das doch gleich? Sarcasm is just one of many services I offer. :)) Naja, ich rede und rede und ihr könnt gar nicht nachvollziehen von was, weil ihr's ja nicht gesehen habt, ihr Armen. ;-) Das ist also langweilig für euch, stimmt's?!
Gut dann red ich von der Bootsfahrt, die ich nach dem Theater gemacht hab. (Besser gesagt, nachdem ich mir nach dem Theater erst noch die braunen Chucks gekauft habe, gnnniiii.)
![]() |
| New York - Day 5 |
Chin Chin!
die I

