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| Boston - Day 1 |
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| Boston - Day 2 |
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| Boston - Day 3 |
Zunächst mal muss ich euch ein bißchen von dem Women's Boston College Club erzählen, in dem ich hier wohne. Ich glaub, ich hab das beste Zimmer von Boston erwischt! Ha! Es ist zum Totlachen. Ich wohnte so quasi auf der Champs Elysée Bostons, der Commonwealth Avenue. Ich glaube, diese Zimmer werden von einer Gruppe konservativer Lesben betrieben, aber dafür lässt sich's hier wirklich herausragend leben. Man wird in Ruhe gelassen und kann sich das Frühstück schon am Abend davor aufs Zimmer stehlen. War großartig, sehr empfehlenswert!
Zu Boston: Ich falle aus der Tür direkt in den Boston Common, den Englischen Garten Bostons. Es ist einfach unfassbar. Jeden Tag war ich da, weil es ein wunderschöner Park ist, mit Blumen, Palmen, Trauerweiden, einem See, traumschön! Und meiner Lieblingsparkbank.Am ersten Tag war ich in Beacon Hill spazieren, das ist so eines der Nobelviertel Bostons, aber nicht voll mit Villen, sondern mit den uralten Häusern. *doppelseufz* Habe gleich mal Postkarten gekauft, hatte nur leider keinen Stift dabei, hab mir aber eingebildet, ich müsste die Karten gleich schreiben, irgendwo auf einer netten Parkbank. Denkt ihr, in dem verf***ten Viertel lässt sich auch nur irgendwo ein Stift auftreiben? Ich mein, wir reden hier nicht von Geld, von einem Handbohrer oder einer automatischen Saftpresse, sodern von einem STIFT!!!! AAAAA! Ich hab schon überlegt, in einer Privatwohnung zu klingeln. Als ich dann endlich an der allerletzten Straßenecke eine Papeterie entdeckt hab, hab ich gleich einen ganzen Packen gekauft. Womit schreiben denn die Leute in Beacon Hill? Mit Federn oder meißeln die alles noch in Stein? Naja.
Ein Gruselmoment, den ich unbedingt loswerden muss: Ich ging an einer wunderschönen Kirche vorbei und im Vorgarten saß die schönste, gepflegteste schwarze Katze, die ich je gesehen hab. Als ich jedoch näher kam, wurde mir bewusst, dass das der Teufel sein muss. Ihr hättet sehen sollen mit was für einer sadistischen Seelenruhe dieses Vieh im Vorgarten einer Kirche einen Vogel komplett (!) verspeist hat. Boa. Nach und nach hat sich da eine richtige Schaulustigengruppe um mich gebildet, so faszinierend-schockierend war das. Naja.
Boston, das ist mir aufgefallen, ist glaub ich das München der USA. Total sauber, zivilisiert, keine Kriminalität, leicht snobistisch. Der große Unterschied: Es gibt hier keine Fahrradwege. Was wohl daran liegt, dass hier niemand Fahrrad fährt. Mich wundert's, das noch keine Joggerwege eingerichtet wurden. Das ist pervers. Wohin laufen die denn alle? Die Amis leiden alle am Forrest Gump-Syndrom.
Übrigens @Tabi: Ich lach mich toter als tot. Erinnerst du dich an unseren Banana-Witz? Wie die Amis das Wort aussprechen? "Banäääana." Die sagen das wirklich so. Als Greg mir eine Banane angeboten hat, hab ich ihn 100x das Wort wiederholen lassen. Hahahaha. Und es gibt noch viel mehr davon. Zum Beispiel Pants. Also: "Päääaaants." Muuuhahahaha. Ich mach mich die ganze Zeit schamlos lustig über die vielen "Thääääank yooouuu"s und "Hiiiiiii"s. Ich bin ein Arsch.
Also, nach Beacon Hill bin ich dann noch die Hälfte des Freedom Trails entlangspaziert, das ist ein rote Linie quer durch die Stadt, die zu allen Sehenswürdigkeiten führt. Mein absoluter Favorit war Quincy Market. Yumyum. Ein Fressstand neberm anderen und alles frisch! Übrigens wunderbar, ich hab vielleicht 2 McDonalds in Boston gesehen. Kein Burger King, kein Subway. Yes! Überhaupt muss ich mal mit dem Vorurteil McAmerica aufräumen. Ich glaub, es gibt mehr Mäggis in Deutschland als in den USA. WENN man mal zu einem Fast Food-Restaurant gelangt, dann ist das natürlich XXL. Und in all den Cafés kriegste halt immer dasselbe, Sandwiches, Wraps, Muffins und das ist furchtbar langweilig auf Dauer. Und im Starbucks schauen sie mich immer komisch an, wenn ich sage, nein, ich will keinen Zucker in meinen Tee. Aber genau deshalb war Quincy Market so wunderbar. Hey, PASTA!!!! Hey, Hendl!! Reispfanne, servus!! Good to see you! (@Mama: Für den einen Tag, den ich zu Hause bin, wünsch ich mir zum Abendessen entweder Nudeln oder a gscheits Spofakel! Fehlt mir furchtbar!)
Okay. Am 2. Tag bin ich nach Cambridge gefahren. Ein schöner Fleck etwas außerhalb, aber bequem mit der U-Bahn zu erreichen. Bin auf dem Harvard Campus rumgelaufen, der wirklich schön ist, aber vom Hocker gerissen hat's mich ehrlich gesagt nicht. Da muss ich sagen, hat Yale die Nase vorn, architektonisch. Aber das Viertel ist schon schön und ich bin froh, dass ich da war. Hab mir keinen Harvardpulli gekauft, dafür einen Adidaspulli in einem Grünton, der die Nina todneidisch machen wird. ;-) Übrigens auch wunderbar: Adidas wird hier nicht A-di-das, sondern A-di-das ausgesprochen. Die Newport-bunch hatte erst keine Ahnung, von was ich rede, bis irgendwer draufgekommen ist, dass ich die Marke meine. Ich hab klugscheißerisch dann natürlich gleich mal darauf hingewiesen, dass das eine deutsche Marke ist und meine lieben amerikanischen Nussköpfe das ganz falsch aussprechen. :)
Hab mir Gedanken über Unis gemacht, als ich so über den Campus lief, und muss sagen: Ich fühl mich als nichts Schlechteres, weil ich nicht in Harvard war. Ich denke, die Betreuung ist ausgezeichnet, aber sobald ich das Wort Elite höre, juckt es mich in der Faust und ich kriege einen leichten Aggressionsschub. Sorry, I'm working class (and proud of it, right Aymar?!). Ich bin der festen Überzeugung, dass man sich Intellekt nicht kaufen kann. Und auf dem Campus liefen schon a paar Schicksen umher, die nicht gerade ausgesehen haben, als hätten sie sich den Eintritt mit Noten verdient. Hach ja, Oberflächlichkeiten sind schon was Großartiges. :)

Bin dann über die Longfellow Bridge zurück in die Innenstadt gelaufen und es gibt entlang des Charles River eine wunderbare Esplanade. Pünktlich zu meinem Spaziergang durchs Grüne ist auch die Sonne hervor-gekrochen und hat mich den Rest des Tages begleitet Richtung Back Bay und Copley Square. Waaaahnsinn (bitte mit österreichischem Akzent vorstellen)! Was für wunderbare alte Häuser, Straßen. Ich möchte jedes Gebäude, jeden Baum im Vorgarten, jede Türschwelle und jeden Blumentopf einzeln küssen. Und dann möchte ich klingeln und fragen, ob ich bitte für immer einziehen darf. In Boston merkt man noch das europäische, durch und durch. Copley Square hat mir total getaugt, allein aufgrund dieses gigantischen Glasmonsters hinter der wirklich beeindruckenden Trinity Chruch. Dieser Kontrast sieht einfach gut aus. Find ich. Sorry. :)
Tag 3 war ebenfalls sensationell: Ich bin den gesamten Osthafenteil entlanggelaufen. Wie ich bereits sagte, Kaiserwetter! Phänomenaler Ausblick auf die Skyline und das Wasser. Da sagen die Fotos aber mehr als mein Gekrizzel. Und seit gestern bin ich auch endgültig wieder back in Alleinreise-Form und vermisse meine Newport-bunch nur noch 23 von 24h. ;-) Alles cool.
Boston hat so wunderschöne Stadtteile, die Innenstadt ist eigentlich noch das hässlichste, ha! Mein letzter Weg hat mich dann zur USS Constitution (das älteste erhaltene, noch funktionsfähige Kriegsschiff der Welt) erneut über den Fluß nach Charlestown geführt. Hat sich gelohnt. Die Navy hält Führungen durch das Schiff und obwohl ich mich nicht so für Boote interessiere, war dieses eine ausgesprochen interessant. Und Männer in Uniform, you know. :-) Und der Ausblick von der Werft auf den Inner Harbor war den Ausflug absolut wert, wow.
Ok, ich werde jetzt mal kurz mein Gepäck einchecken gehen.
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So, haha, das Personal hier ist schon cool. Die Air Canada-Tante sagte, ich soll einfach schnell noch 2 Kilo vom großen (zu schweren) in den kleinen Koffer umpacken und als ich dann ein etwas fragwürdiges Gesicht gezogen hab (weil meine andere Tasche auch vollgestopft bis obenhin ist), meinte die Lady, ach, scheiß drauf, hahahaha. So. Der Magen murrt. Ich werde jetzt was nicht muffiniges zu Essen suchen. Witzig!
Nur noch eine kurze Anmerkung: Die USA sind ein wunderbares Land mit sehr klugen (nicht nur intelligenzmäßig, sondern auch emotional klugen) Menschen, mit denen man sich aufs Feinste über die durchaus wahrheitsgetreuen Klischees und Vorurteile unterhalten kann. Alle, die ich kenneglernt hab, hassen George Bush und dumme Menschen aus Texas und North Carolina. :) Die East Coast ist ein wunderbarer Ort und ich komme sowas von wieder. Danke.
Okay. Bis bald aus Kanada.
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