Vielleicht fange ich an mit Bob. Bob habe ich auf der Zugfahrt von Montréal nach Toronto (oder "Trawna", wie sie hier sagen, hier nuscheln sie alle so, das ist furchtbar) kennengelernt. Bob schreibt und produziert Fernsehserien fürs kanadische Fernsehen und ist waschechter Torontonier (heißt wirklich so). Bob ist einfach nur saucool und hat mir während der 5-stündigen Fahrt 2 Servietten mit Tipps vollgeschrieben und seine Email-Adresse in meinem Rolling Stone-Magazin hinterlassen. Bob ist ein Paradebeispiel für das, was ich am Leben und am Reisen liebe. Vielleicht seh ich ihn nie wieder, aber die kurze Zeit, die wir unser Leben geteilt haben, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wir haben den Sonnenuntergang zusammen erlebt, während wir festgestellt haben, dass sheepish eigentlich dogish heißen müsste, Ideen einen Klang haben und Bobs Schwester Opernsängerin in Kiel ist. Ha! Und als wir am Hbf ankamen, hat Bob noch meinen Koffer nach oben getragen und dann haben wir uns ein schönes Leben gewünscht.Ich habe nur 2 Minuten zum Hotel gebraucht, aber die haben gereicht, um mich zu verlieben. Die Wolkenkratzer in Toronto sind alle verglast, was eine wahnsinns Atmosphäre schafft, weil es überall glitzert und spiegelt und glänzt und leuchtet. Hervorragenderweise lebe ich genau zwischen einem Starbucks, einem Subway und einer Mall mit einem riiiiiesen Rich Tree. Rich Tree ist absolut genial: Ein Markt, wo du alles bekommst, was dein Herz (oder Magen) begehrt, alles wird frisch zubereitet, ob Pasta, Crepes, Fernöstliches oder sogar sowas wie Rösti und es operiert mit dem Vapiano-System, also du kannst dir kaufen oder einpacken lassen, was du willst und du zahlst dann am Ausgang über die Chipkarte. Deutschland, bitte nachmachen. Ich hab gleich am 1. Tag 40 Dollar ausgegeben. Aber nach 4 Wochen Amifutter hat mich diese Vielfalt hungrig gemacht und ich hab mir nach Rühreiern, Salat, Panini und Nudelgratin noch einen fetten Kuchen gegönnt. Haaach ja. Seitdem führt mich jeden Tag der erste und letzte Weg zum Rich Tree Markt und die Auswahl ist so groß, dass ich bestimmt ein halbes Jahr lang nie dasselbe essen müsste. Yumyum. Als ich das erste Mal eintrat, lief übrigens ein deutscher Schlager, so Andrea Berg-Schmarrn oder sowas!! Aber den Fehler haben sie seither nie wieder gemacht. Naja.
Nachdem wir jetzt das für mich Wichtigste, das Essen, besprochen haben, nun also zur Stadt: phänomenal! Sollte ich je auswandern, steht Toronto garantiert ganz ganz weit oben auf der Liste. Ich bin noch nie so viel zu Fuß gelaufen wie die letzten 2 Tage, aber ich bin kein bißchen erschöpft. Es ist einfach ein Genuss durch diese Straßen zu laufen, die von einer Ecke zur anderen komplett anders aussehen können.
Bob hatte mir schon angekündigt, dass Toronto dafür berühmt ist, dass sich die verschiedenen Ethnien hier nicht als Kanadier sehen, aber absolut fried- und freundlich nebeneinander leben und das ist wirklich so. Es gibt nicht nur Chinatown, sondern Little Italy, Greece, Portugal, Carribean, whatever. Alles sehenswert und mit ganz eigenem euro-amerikanischen Charme.
Übrigens bin ich hellauf begeistert vom architektonischen Geschmack der Torontonier. Ob modern oder alt. Sie erhalten Altes und sie wagen Neues und es gibt hier keine hässlichen Klötze. Am Abend hab ich mich spontan noch auf den Weg zum CN Tower gemacht. Er hat die höchste Aussichtsplattform der Welt und ich hatte bis zu diesem Punkt keine Vorstellung davon, was hoch ist. Nur mal zum Vergleich:
Ja. Das war also Tag 1. Und eigentlich wollt ich jetzt noch von meinem grandiosen Tag 2 erzählen, aber angesichts der Tatsache, dass es 4.50 Uhr ist, geh ich wohl besser in die Heia und schreibe morgen. Nur so viel: saaaaaageeeenhaft! :-) Toronto rocks! I love it! Fotos von Tag eins gibts hier:
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| Toronto - Day 1 |
Nightnight!
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